Katholische Kirche in Falkenstein

die kleine Katharinen-Kapelle wurde 1975 abgerissen, es folgte die Kirche St. Katharina

Katholische Kirche

In einer Urkunde vom Jahre 1360 ist erstmals eine der Hl. Katharina von Alexandrien geweihte Kapelle „uf der Burg zu Falkenstein“ genannt. 1499 stiftete Melchior von Dhaun, Herrn von Falkenstein und zu Oberstein der St. Katharinenkapelle „vor der Burg zu Falkenstein” gelegen, eine wöchentliche Messe, die von einem Mönch des Paulinerklosters St. Jakob auf dem Donnersberg zu lesen war.

Wird man beide Urkunden so wörtlich nehmen dürfen, dass man das Vorhandensein von je einer Kapelle „auf“ und „vor“ der Burg annehmen darf?

Jedenfalls scheint die Kapelle „vor“ der Burg bis etwa 1764 bestanden zu haben. Die Patronin der Kapelle, die Hl. Katharina von Alexandrien, deren Fest die Kirche am 25. November feiert, scheint im südwestdeutschen Raum auch als Schutzheilige des Bergbaues verehrt worden zu sein, was im Hinblick auf den Imsbach/Falkensteiner Bergbau von Bedeutung ist.

Nachdem, getreu dem Grundsatz „cuius regio, eius religio“ (wessen das Land, dessen der Glaube), seit 1546 mehrfach das Bekenntnis in der Grafschaft Falkenstein gewechselt hatte, begann sich ab etwa 1700 der katholische Glaube wieder durchzusetzen.

1764 wurde dann unten im Ort Falkenstein eine neue Kapelle mit etwa 40 Plätzen erbaut und ebenfalls wieder unter das Patronat der Hl. Katharina gestellt; sie diente bis 1975 den Falkensteiner Katholiken als Dorfkirche. Da diese Kapelle schon längst zu klein und dringend sanierungsbedürftig geworden war, trug man sich seit 1958 mit dem Gedanken eines Kirchenneubaues.

Nach langem Hin und Her entschloss man sich 1975 – im europäischen Jahr des Denkmalschutzes — trotz massiver Widerstände aus der näheren und weiteren Heimat zum Abriss der alten Kapelle und begann an ihrer Stelle mit dem Neubau einer modernen Betonkirche, die am 19. September 1976 durch Bischof Dr. Friedrich Wetter eingeweiht wurde. Am 30. August 1980 erhielt die Kirche dann auch noch eine Orgel.

Diese moderne Kirche und ihre ansprechende Ausstattung hat zwar inzwischen weitgehend Anerkennung gefunden, doch sind viele Heimatfreunde nach wie vor der Ansicht, dass sich die alte Kapelle erheblich besser in das Falkensteiner Ortsbild eingefügt habe, und bedauern noch heute deren Abriss.

(Quelle: Die Kirchen der Nordpfalz, Nordpfälzer Geschichtsverein, 1985)