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Falkensteiner Tal:


(Quelle: "Die Rheinpfalz" Nr. 265 vom 14.11.2009)

Es zählt zweifellos zu den landschaftlich schönsten Ecken des Donnersbergkreises: das Falkensteiner Tal, eine der tief eingegrabenen, waldigen Falten, in die der Donnersberg nach Westen ausläuft. Es kann nicht verwundern, dass der von imposanten Felsen eingefasste, malerische Einschnitt, der sich von Falkenstein Richtung Wambacherhof erstreckt, landespflegerischen Schutz genießt, in diesem Fall als Naturdenkmal.

Dabei mag aber diese Art des Schutzes überraschen – unter Naturdenkmälern stellt man sich eher vereinzelte Naturschöpfungen wie auffällige Bäume oder Felsen vor. Walter Gehm, Chef der Unteren Landespflegebehörde, verweist zur Erklärung darauf, dass auch diese Ausweisung bereits in den 30er Jahren nach dem alten Reichsnaturgeschutzgesetz erfolgte. Und wie bei zahlreichen vergleichbaren Fällen im Donnersberger Naturdenkmal-Bestand sind auch hier die Dokumente in den Kriegswirren verloren gegangen, so dass über Details der damaligen Ausweisung nichts bekannt ist – auch nicht zur exakten Erstreckung des unter Schutz gestellten Gebietes.

Angemessener wäre es, das Tal als Naturschutzgebiet auszuweisen, doch sei damit ein aufwändiges Verfahren verbunden, so Gehm. Das Tal sei indes von kritischen Eingriffen nicht bedroht, so dass auch kein dringender Handlungsbedarf bestehe. Überdies lässt das Gesetz auch größere Flächen von bis zu fünf Hektar als Naturdenkmale zu.

Die imposanten Felsen, die das Falkensteiner Tal prägen, bildeten sich mit der Entstehung des Donnersberg- Vulkans vor rund 285 Millionen Jahren, wie auf der Info-Tafel am Wanderparkplatz zu lesen ist. Demnach hob aufsteigende, glutflüssige Gesteinsschmelze mit granitischer Zusammensetzung die darüber liegenden Gesteinsschichten an, so dass das Bergmassiv ein vulkanisches Profil annahm. Aus der erstarrten Schmelze bildete sich harter verwitterungsresistenter Rhyolith, der die Deckschichten durchbrach, aufragende Felsnadeln bildete, die wiederum einbrachen, sich mit der Entfernung von ihrem Ursprungsort abrundeten und an den Flanken des Bergmassivs als Rhyolithschutt ablagerten. So entstand die beeindruckende Szenerie des Falkensteiner Tals.

Seine Schutzwürdigkeit erhält das Tal über seine geologischen Besonderheiten hinaus vor allem durch die Pflanzengesellschaften und schutzwürdigen Pflanzenarten, die dort zu finden sind und wiederum schutzwürdigen Insektengruppen Lebensraum bieten. Das Naturdenkmalebuch des Donnersbergkreises vermerkt auch das Vorhandensein vieler „submediterraner Genelemente“ als Besonderheit.

Die Liste der hier ansässigen, zum Teil seltenen und auch bedrohten Pflanzenarten, die mit der „Biotopkartierung Rheinland-Pfalz“ in den 90er Jahren erfasst wurden, ist seitenlang. Als „besonders schützenswertes Gebiet“ wird das Tal in dieser Art „Natur-Inventur“ bewertet mit dem Vorschlag, es als Naturschutzgebiet auszuweisen. (bke)

 


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